Pressemitteilung

Pankreasorganisation wird 50: Bundestreffen zum ersten Mal in Magdeburg

Magdeburger Mediziner berichten auf Fachkongress über neue Methoden zur Früherkennung und Therapie von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bonn, 5. Mai 2026 – Im Jahr ihres 50. Geburtstages kommen die Mitglieder der bundesweiten Selbsthilfeorganisation AdP zum zweiten Mal nach 1997 in Magdeburg zu einem Bundestreffen zusammen. Rund 140 Vertreter des Arbeitskreises der Pankreatektomierten (AdP), der sich um Menschen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs oder anderen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse kümmert, erwartet der AdP-Bundesvorstand in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts. Die AdP-Mitglieder beschäftigen sich auf ihrem Bundestreffen am Freitag im Maritim-Hotel u.a. mit der Neuwahl des Bundesvorstandes. Der Vorstand informiert zudem über die im September stattfindende 50-Jahr-Feier. Auf dem Fachkongress am Samstag geht es um eine bessere Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs und um neue Therapieansätze und Operationsmethoden. Der Fachkongress wird von Medizinern des Universitätsklinikums Magdeburg und des Klinikums Magdeburg gemeinsam mit dem AdP organisiert. Den Festvortrag hält der bekannte Mediziner Prof. Dietrich Grönemeyer aus Bochum, der über einen gesunden Lebensstil und über den richtigen Umgang mit einer Krebserkrankung sprechen wird. Grönemeyer ist Schirmherr des AdP.

Auf dem Fachkongress wird u.a. Prof. Ulf Kahlert, Leiter des Bereichs für Molekulare und Experimentelle Chirurgie der Universitätsmedizin Magdeburg, seine Forschungen vorstellen, wie man mit Hilfe Künstlicher Intelligenz Tumore früher erkennen kann. Prof. Kahlert nutzt KI, um zum Beispiel CT-Aufnahmen zu analysieren. KI kann durch Auswertung der Pixeldichte, von Schattierungen sowie von mehr als 20 weiteren Faktoren mit hoher Spezifität und Sensitivität einen Tumor von einer chronischen Pankreatitis unterscheiden. Zudem kann KI eingesetzt werden, um nach einer Pankreas-OP in Blutproben der Patienten Hinweise auf Metastasen im Körper zu finden.

„Unser Ziel ist, durch eine einfache Blutabnahme schnell überprüfen zu können, ob trotz OP noch Krebszellen im Körper sind oder ob sich nach einer OP oder während der post-operativen medikamentösen Therapie wieder Krebszellen bilden.“

– Prof. Kahlert

Weitere Themen der Fachvorträge sind neue Präzisionsoperationen mit Hilfe von Robotern, neue Erkenntnisse zur Ernährung nach Entfernung der Bauchspeicheldrüse (die Bauchspeicheldrüse ist für die Herstellung von Enzymen zur Verdauung der Nahrung zuständig) sowie die Behandlung von Diabetes nach einer Pankreasresektion.

„Gerade die Forschung für eine bessere Früherkennung ist von zentraler Bedeutung, weil ein Pankreastumor im Frühstadium keine Beschwerden auslöst. Gerade KI-Lösungen bieten das Potential, Tumore früher zu erkennen. Je früher Krebszellen festgestellt werden, umso größer sind die Chancen, die Krebserkrankung zu überleben.“

– Lutz Otto, AdP-Bundesvorsitzender

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Häufige Todesursache mit steigenden Überlebensraten

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist nach dem Lungenkrebs die zweithäufigste Todesursache bei Krebs. Die folgende Tabelle zeigt die Sterbefälle durch Krebserkrankungen in Deutschland im Jahr 2024:

Krebsart Sterbefälle 2024
Lungenkrebs 45.148
Pankreaskarzinom 19.533
Brustkrebs 18.720
Prostatakrebs 15.468
Dickdarmkrebs 14.251

Dass eine Krebserkrankung des Pankreas in neun von zehn Fällen immer noch tödlich verläuft, liegt zum einen an der späten Diagnose, zum anderen handelt es sich um einen sogenannten Kalten Tumor. Dieser tarnt sich so gut, dass er von der Immunabwehr des Körpers nicht erkannt und nicht bekämpft wird. Auch viele Therapieverfahren schaffen es nur ungenügend, die Tumorzellen zu zerstören. Immerhin zeigen individuelle Chemo- und Immuntherapien eine wachsende Wirksamkeit, die sich auch in steigenden Überlebensraten zeigt. So ist die fünfjährige Überlebensrate bei Frauen seit dem Jahr 2000 von damals 5,0 Prozent auf 11,0 Prozent gestiegen. Bei Männern stieg die Überlebensrate von 7,6 auf ebenfalls 11,0 Prozent.


Presseeinladung: 56. AdP-Bundestreffen, 8. und 9. Mai 2026 in Magdeburg

Universitätsklinikum und Klinikum Magdeburg organisieren Fachkongress zum Pankreas-Karzinom im Maritim-Hotel

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen in den Redaktionen,

mit neuen Krebstherapien, besseren Operationstechniken bei Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie mit Vorsorge und Prävention beschäftigt sich das

56. Bundestreffen der bundesweiten Selbsthilfeorganisation AdP am 8. und 9. Mai im Maritim-Hotel Magdeburg, Otto-von-Guericke-Straße 87.

Der Arbeitskreis der Pankreatektomierten, kurz AdP, ist die größte Selbsthilfeorganisation in Deutschland für Pankreaserkrankte und wird von der Deutschen Krebshilfe gefördert. Schirmherr des AdP ist der bekannte Arzt und Mediziner Prof. Dietrich Grönemeyer aus Bochum, der am Samstag um 16 Uhr den Festvortrag halten wird. Grönemeyer spricht über einen gesunden Lebensstil und den Umgang mit einer Krebserkrankung.

Für Journalisten besonders interessant ist der Fachkongress am Samstag, 9. Mai, den Mediziner des Universitätsklinikums Magdeburg und des Klinikums Magdeburg gemeinsam mit dem AdP organisiert haben.

Eröffnung des Fachkongresses

Der Fachkongress wird eröffnet am Samstag, 9. Mai, um 9:00 Uhr durch:

  • Lutz Otto, Bundesvorsitzender des AdP
  • Prof. Roland S. Croner, Direktor der Universitätsklinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie Magdeburg
  • Prof. Karsten Ridwelski, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Städtischen Klinikum Magdeburg

Programm des Fachkongresses

Uhrzeit Vortrag Referent
9:30 Uhr Enzymsubstitution bei exokriner Pankreasinsuffizienz: „Weniger Fett oder mehr Enzym?“ Dr. med. Carl Meißner, Magdeburg
9:55 Uhr Diagnostik bei malignen und benignen Erkrankungen des Pankreas Prof. Dr. med. Verena Keitel-Anselmino, Magdeburg
10:20 Uhr Entwicklungen der Pankreas-Chirurgie in vier Jahrzehnten Prof. Dr. med. Karsten Ridwelski, Magdeburg
11:15 Uhr Diabetes mellitus bei Pankreaserkrankungen Prof. Dr. med. Nils Ewald, Minden
11:40 Uhr Mit künstlicher Intelligenz zum neuen Bluttest für Pankreastumore Prof. Dr. rer. nat. Ulf Kahlert, Magdeburg
12:05 Uhr Robotische individualisierte Präzisionschirurgie Dr. med. Sara Al-Madhi, Magdeburg
12:30 Uhr Onkologische Therapie – „Alles beim Alten?“ Dr. med. Kersten Borchert, Schönebeck & Dr. med. Simon Sirtl
16:00 Uhr Was ist ein gesunder Lebensstil und wie gehe ich mit einer Karzinomerkrankung um? AdP-Schirmherr Prof. Dr. Friedrich Grönemeyer

Kontakt für Rückfragen

Axel Mörer
E-Mail: presse@adp-bonn.de
Telefon: +49 170 40 37 880

Das vollständige Programm des 56. Bundestreffens finden Sie unter www.adp-bonn.de.


Über den AdP

Der Arbeitskreis der Pankreatektomierten e. V. (AdP) ist eine bundesweite Selbsthilfeorganisation für Bauchspeicheldrüsenkrebspatienten und Betroffene mit anderen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse sowie für deren Angehörige. Der gemeinnützige Verein wurde 1976 von Betroffenen in Heidelberg gegründet, hat heute seinen Sitz in Bonn und wird umfassend von der Stiftung Deutsche Krebshilfe gefördert.

Unter dem Motto „Hilfe durch Selbsthilfe“ bietet der AdP mit seinen rund 1.600 Mitgliedern in 60 Regionalgruppen ein dichtes Netzwerk zum Erfahrungsaustausch, zur gegenseitigen Unterstützung und zur praktischen Lebenshilfe. Das Ziel ist die Förderung der Gesundheit und Rehabilitation von Betroffenen. Der Verein, dessen Schirmherr Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer ist, wird seit Beginn von Ärzten und Ernährungstherapeuten fachlich unterstützt und setzt sich für die Verbesserung der medizinischen Versorgung sowie die Förderung der Forschung ein.


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