Presseeinladung – 10.10.2026 – 50 Jahre AdP e.V. – Selbsthilfe für Bauchspeicheldrüsenerkrankte

Arbeitskreis der Pankreatektomierten e.V. – Presseeinladung

Arbeitskreis der Pankreatektomierten e.V.
Bundesgeschäftsstelle
Thomas-Mann-Straße 40, 53111 Bonn
0228 33889-251 / presse@adp-bonn.de

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

die bundesweite, von der Deutschen Krebshilfe geförderte Selbsthilfeorganisation AdP (Arbeitskreis der Pankreatektomierten e.V., kurz AdP), feiert am 19.09.2026 mit einer Festveranstaltung im Maritim-Hotel in Bonn, Godesberger Allee, ihren 50. Geburtstag. Der AdP ist mit mehr als 60 Regionalgruppen und rund 1600 Mitgliedern im gesamten Bundesgebiet die wichtigste Selbsthilfeorganisation für Menschen mit Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse – darunter Pankreaskarzinome, chronische und akute Pankreatitis, zystische Veränderungen sowie seltene Pankreaserkrankungen – und ihre Angehörigen. Alle Aktiven im AdP sind ehrenamtlich tätig und beraten Neuerkrankte ebenso wie ihre Familien und Partner. Zudem halten sie Kontakt mit Kliniken, Krankenkassen, Forschern und Reha-Einrichtungen, um die Versorgung der Betroffenen zu verbessern.

Dieses Engagement feiert der AdP auf der Festveranstaltung am 19.09.2026 in Bonn, zu der wir Sie als Pressevertreter herzlich einladen.

Programm der Festveranstaltung 50 Jahre AdP

09:00 Uhr – Grußworte

  • Lutz Otto, Bundesvorsitzender des AdP
  • Dr. Ursula Sautter, Bürgermeisterin der Stadt Bonn
  • Claudia Middendorf, Beauftragte der Landesregierung NRW für Menschen mit Behinderung
  • Gerd Nettekoven, Vorstand Stiftung Deutsche Krebshilfe
  • Prof. Helmut Friess, Direktor der Chirurgischen Klinik und Poliklinik am Klinikum rechts der Isar der TU München und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des AdP
  • Prof. Dietrich Grönemeyer, Schirmherr des AdP, Bochum

10:00 Uhr – Rückblick
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

  • Prof. Michael Poll, Gründungsmitglied des AdP

10:30 Uhr ca. 10:00 Uhr – Festrede

  • Prof. Waldemar Uhl, Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am St. Josef-Hospital Bochum, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des AdP

11:30 Uhr – Podiumsgespräch unter Leitung von Prof. Dietrich Grönemeyer, Bochum

  • An dem Gespräch nehmen langjährige Mitglieder, Ärzte und Ernährungsberater teil, die den AdP teilweise seit vielen Jahrzehnten begleiten.

Hintergrund / Presseinformation

1976 gab es kaum Hilfe bei Bauchspeicheldrüsenkrebs
Selbsthilfe-Verband für Pankreaspatienten wurde in Heidelberg gegründet

Bonn, 10.09.2026 – Als die bundesweite Selbsthilfeorganisation AdP am 25.09.1976 von Ärzten, Patienten und Ernährungsberaterinnen in Heidelberg gegründet wurde, war die Lage für Menschen mit einem Tumor an der Bauchspeicheldrüse katastrophal: Es gab nur wenige Chirurgen in Deutschland, die überhaupt in der Lage waren, eine Operation am Pankreas durchzuführen. Die Nachsorge steckte in den Kinderschuhen, Beratungen und Hilfsangebote gab es kaum. Die Patienten waren meist auf sich allein gestellt. „Das hat sich auch dank der Arbeit des AdP in den vergangenen Jahrzehnten verändert“, sagt der Bundesvorsitzende und selbst von der Krankheit betroffene Lutz Otto. „Inzwischen gibt es flächendeckend in Deutschland spezialisierte Pankreaszentren, Rehakliniken, Forschungseinrichtungen, Beratungsstellen und Unterstützung durch mehr als 60 Regionalgruppen des AdP im gesamten Bundesgebiet.“

Der AdP hat das Ziel, die Betroffenen und ihre Angehörigen optimal zu betreuen und ihnen vor Ort während der akuten Behandlungsphasen, aber auch anschließend zur Seite zu stehen. Deshalb pflegt der AdP Kooperationen mit zahlreichen Kliniken und Rehazentren in Deutschland, um die Versorgung der Patienten zu verbessern. Zudem engagiert sich der AdP stark darin, die Öffentlichkeit über diese schwere Krebserkrankung zu informieren und frühe Anzeichen für eine Tumorerkrankung bekannter zu machen. Bei großen Förderinstitutionen wie der Deutschen Krebshilfe setzt sich der AdP für genügend Forschungsmittel ein, um neue Wirkstoffe und Therapien zur Behandlung des Pankreaskarzinoms zu entwickeln.

Der AdP setzt seine größten Hoffnungen in eine verbesserte Früherkennung und Fortschritte in der Medizin. „Je mehr auch die Hausärzte über erste Symptome Bescheid wissen, umso früher kann man die Erkrankung diagnostizieren und die Überlebenschancen erhöhen“, so Otto. Rückenschmerzen, für die es eigentlich keine Erklärung gibt, Oberbauchschmerzen oder plötzliche Diabetes können auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse hinweisen. Doch auch die Fortschritte in der Medizin machen dem AdP Mut. So arbeiten Forscher an Bluttests, die das Pankreaskarzinom schon früh erkennen können. Unternehmen wie Biontech arbeiten zudem an einer Impfung, die die Bildung von Metastasen nach einer OP verhindern soll und damit die Überlebensaussichten stark verbessern könnte. Große Hoffnung bestehen zudem durch das neue Medikament Daraxonrasib, das gerade in den USA zugelassen wurde.

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist nach dem Lungenkrebs die zweithäufigste Todesursache bei Krebs. 2024 starben 45.148 Menschen in Deutschland an Lungenkrebs, 19.533 am Pankreaskarzinom, gefolgt von Brustkrebs (18.720), Prostatakrebs (15.468) und Dickdarmkrebs (14.251). Dass eine Krebserkrankung des Pankreas in neun von zehn Fällen immer noch tödlich verläuft, liegt zum einen an der späten Diagnose, zum anderen handelt es sich um einen sogenannten Kalten Tumor. Dieser tarnt sich so gut, dass er von der Immunabwehr des Körpers nicht erkannt und nicht bekämpft wird. Auch viele Therapieverfahren schaffen es nur ungenügend, die Tumorzellen zu zerstören. Immerhin zeigen individuelle Chemo- und Immuntherapien eine wachsende Wirksamkeit, die sich auch in steigenden Überlebensraten zeigt. So ist die fünfjährige Überlebensrate bei Frauen seit dem Jahr 2000 von damals 5,0 Prozent auf 11,0 Prozent gestiegen. Bei Männern stieg die Überlebensrate von 7,6 auf ebenfalls 11,0 Prozent.

Seinen 50. Geburtstag feiert der AdP am 19.09.2026 mit einer Festveranstaltung in Bonn. Dort hat der AdP seinen Sitz im Haus der Krebsselbsthilfe, in dem zwölf Selbsthilfeorganisationen vertreten sind. Die Arbeit des AdP wird maßgeblich von der Deutschen Krebshilfe sowie den Gesetzlichen Krankenkassen finanziell unterstützt.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie unter www.adp-bonn.de

Pressekontakt

Axel Mörer
Arbeitskreis der Pankreatektomierten
Thomas-Mann-Straße 40, 53111 Bonn

0228.696 545
0170 4037 880
axel.moerer@adp-bonn.de


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